Die USA sind in dem vergangenen Jahrhundert zum wohl mächtigsten und wirtschaftlich einflussreichsten Land aufgestiegen. Doch die Finanzkrise und die Rezession geben den sonst so treuen und patriotischen US-Bürgern zu denken und sähen die ersten Zweifel. Der wirklich gelebte Traum „from dishwasher to millionaire“ durch Fleiß, Mut und Willen konnte in dem letzten Jahrhundert zwar erreicht werden, jedoch nur durch eigene Kraft. Keine Hilfe vom Staat. Jeder musste für sich selbst und die Seinen die Verantwortung übernehmen. Auch das „Leben auf Pump“ hat mit der Wirtschaftskrise genauso eine Ende gefunden wie der Amerikanische Traum. Die zahllosen Kredite für Häuser, Autos, Möbel und Studiengebühren werden jetzt eingefordert und stürzen viele Amerikaner in eine heillose und verzweifelte Situation. Die offizielle Arbeitslosenquote verharrt bei hohen 9,5 %. Auch die so untypische Langzeitarbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren explodiert, will heißen von einer Millionen auf 6,8 Millionen. Dazu kommt, dass es fast zu keinen Neueinstellungen mehr kommt, sondern die Leute immer öfter den Stiefel spüren.
Doch die US-Politik will dagegen lenken und schlägt einen völlig traditionsfreien neuen Weg ein, welcher auf MEHR Staat und WENIGER Eigenverantwortung beruht. Diese Politik des billigen Geldes (niedrige Zinsen) hat aber genau die Wirkung, dass der Ausstieg aus dem leben auf Pump unattraktiv wird und das Sparen nicht sinnvoll erscheint. Wäre da eine Rückbesinnung auf dem American Way nicht vorteilhafter? Die einstigen Siedler sind ja auch schon aus Europa geflohen – der Freiheit hinterher. Dieser Glaube an die eigene Selbstbestimmung hat doch Amerika so stark werden lassen.
Kann man einen sehr europäischen Gedanken denn wirklich auf amerikanischem Boden einpflanzen und hat das nicht noch einen viel weitreichenden Identitätsverlust Amerikas zur Folge? Ausgestanden ist das Finanzübel noch nicht und daher bleiben noch vielerlei Lösungen zum ausprobieren.



