Das populäre Kodak-Theater, eine Institution, in dem jährlich die weltweit größte Filmfest-Verleihung stattfindet – die Oscars. Am 26. Februar diesen Jahres wird wieder der meterlange rote Teppich ausgerollt, auf dem die Größten der Großen in edlen Roben drüber spazieren und sich dem Paparazzi-Blitzlichtgewitter stellen werden. Die wichtigste Auszeichung wird an die strahlenden Gewinner vergeben und die Verleihung der goldene Himbeere steht auch schon fest – der größte Verlierer: Kodak. Denn seit dem 7. Dezember 2011 steht die Kodak-Aktie unter einem Dollar und die Firma ist eine Last für die glamoröuse und prunkvolle Veranstaltung geworden. Der einstmals Riesen-Konzern kann sich das Namenssponsoring nicht mehr leisten, denn der ehemalige und jahrzehnte lange Technologieführer meldete am 19. Januar 2012 Insolvenz an. Nach 132 Jahren tüchtigen Fortschritts und Erfolgsquoten muss nun der einstige Marktführer in Sachen Film und Kamera seinen Rücktritt aus der Wirtschaft anmelden. Traurig aber wahr, denn wer heute seine alten Fotoalben durchblättert, der wird mit Sicherheit einige Fotos mit einer Kodak oder einem Kodak-Film geschossen haben.
Da haben die Umstrukturierung, strategische Neuausrichtung und die drastische Reduzierung der Mitarbeiterzahl 2010 auch nichts geholfen, denn der revolutionäre Pionier wurde durch andere Revolutionen schlichtweg überrannt und letzten Endes dem Erdboden gleich gemacht. Und mit der Entwicklung der Fotohandys bewirken die 375.081 Likes auf Facebook auch nichts mehr. Die Talfahrt und die darauffolgende Konkursmeldung bei Kodak ist kein Einzelfall, denn durch unsere ständig sich im Wechsel befindenden Gesellschaft, die sich eigentlich jeden Tag eine neue Unterhose anzieht, sind neue Technolgien morgen schon wieder hinfällig und aufkommende Produkte spielen sich gegenseitig den Rang ab, bis sie durch eine noch viel modernere Erfindung ausgetauscht werden und die Mitarbeiter einstiger Marktanführer um ihre Jobs bangen müssen.







