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Archive for the ‘Wirtschaftsnews’ Category

Korruptionsverdacht – Linde muss 35 Millionen Euro zahlen

09 Jun

Der Gas- und Anlagenkonzern muss für Geschäfte, die mit Hilfe von Korruption zustande gekommen sind, gerade stehen und 35 Millionen Euro an die Staatskasse abdrücken!

Monate lang hat sich das Unternehmen mit den Staatsanwälten auseinandergesetzt und gefeilscht. Nun steht seit Mittwoch die zu zahlende Summe fest: 35 Millionen Euro. Es handelt sich hier um eine so vom Konzern betitelte Ausgleichs-Zahlung. Die Summe stellt ungefähr den Profit dar, welchen das Unternehmen durch illegale Praktiken in der Akquisition von Aufträgen, eingenommen hat. Gewinne aus Schmiergeldgeschäften also. Natürlich ist die Strafe nicht annähernd so hoch wie jene, welche die Siemens AG für ihren Schmiergeldskandal einbüßen musste (600 Millionen Euro allein in Deutschland und eine Summe in den Vereinigten Staaten).

Einen Verdachtsmoment hatte sich aus Ermittlungen bei der MAN AG (Herstellung von Bussen, Lastwagen, Industrieanlagen) ergeben. Daher wurden auf seitens des Lindekonzerns durch den Vorstandschef Wolfgang Reitzle alle gemeinsamen Geschäfte mit einer MAN-Tochterfirma überprüft. Nach verdächtigen Ereignissen im Engineering wurde ein Verfahren durch die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Lind-Beschäftigte eingeleitet. Vorstandsmitglieder waren aber von der zugewiesenen Schuld nicht betroffen.

Solche Verhandlungen kommen meist einem Markt, auf dem gefeilscht und gehandelt wird, gleich. Doch solche Riesenunternehmen wie Siemens, MAN oder Linde müssen sich auf jahrelange Verhandlungen, hohe Untersuchungskosten und wohlmöglich ein in der Öffentlichkeit geschädigtes Images einstellen, wenn sie den Preis drücken wollen. Meistens lassen sie sich doch auf einen schnellen Abschluss ein, um nicht noch mehr Schaden anzurichten. Da sind ein paar Millionen mehr oder weniger nicht erwähnenswert.

 

Libysche Staatsfonds im Ausland investiert.

26 Mai

Offenbar sind noch Milliarden der libyschen Staatsfonds im Ausland investiert und sogar an großen deutschen Unternehmen soll Gaddafi Anteile halten.

 

Aus eine internen Präsentation der staatlichen libyschen Investmentholding LIA geht hervor, dass westliche Banken und Industriekonzerne viel enger mit Libyen verflochten sind, als bisher bekannt war. So heißt es, dass die Großbanken HSBC und Goldman Sachs im Juni 2010 335 Millionen Dollar für die Libyer verwalten und eine Milliarde Dollar soll in Derivaten der französischen Großbank Société Générale angelegt gewesen sein. So wird also in der ganzen Welt schon seit einiger Zeit nach den Milliarden der Familien des Machthabers Muammar al-Gaddafi gesucht. Die kritische Organisation Global Witness, welche die oben genannte Präsentation erhalten haben soll, leuchtet einen Weg des Gaddafi Geldes auch nach Deutschland aus – hierbei wird ein größerer Aktienbesitz an mehreren Dax-Konzernen aufgezeigt. So hätte also LIA 480 Millionen Dollar für den Kauf von Siemens-Aktien gezahlt.

Den Unternehmen ist eine libyische Beteiligung aber nicht bekannt, teilte ein Siemenssprecher der Süddeutschen Zeitung mit. Trotzdem bleibt eine Beteiligung nicht auszuschließen. So wie alle großen Machthaber, hat sich Gaddafi und sein Clan sehr darum bemüht, ihre Investitionen und Beteiligungen bewusst zu verschleiern. Daher ist die Suche nach dem Gaddafi-Vermögen so schwierig, denn erst einmal müssen die undurchsichtigen Geldströme aufgedeckt werden und wohin die oft führen, ist meist sehr befremdlich und auf negative Art und Weise erstaunlich.

Global Witness plädiert für eine Offenlegung jeglicher Investments von Staatsfonds, um den Bürgern Libyens nachzuweisen, wo das Geld geblieben ist. Die Banken und Unternehmen sollen sich demnach äußern, verweigern dies aber.

Während den vergangenen Wochen soll auf deutschen Bankkonten ein Vermögen von ca. 6,1 Milliarden Euro eingefroren worden sein. Unglaubliche 60 Milliarden Euro sollen seit Inkrafttreten der UN-Sanktionen europaweit und in den USA gesperrt worden sein.

 

 

Eine verklärte Vorstellung der deutschen Wirtschaft?

13 Mai

Ist Deutschland wirklich wirtschaftlich wieder so stark wie vor der Krise?

Wo man hinsieht, entweder nach links oder nach rechts, überall wütet die wirtschaftliche Bestie. Griechenland, Portugal, Irland (betitelt als Insel der maroden Banken) fallen bereits unter den EU-Rettungsschirm. Und man munkelt Spanien stehe auch kurz vor dem Aus. Ist es also möglich, dass die Mitte Europas ganz und gar nicht betroffen ist, sondern viel mehr als Auffangbecken für die wirtschaftlichen Tragödien fungiert.

Die Zahlen sprechen für sich. Der Aufschwung schlägt mit voller Wucht zu: um 1,5 % stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP), ließ das Statistische Bundesamt in Wiesbaden verlauten. Somit sind die Unternehmen wieder so stark wie vor der Krise. Es ist zu betonen, dass die Wirtschaftsleistung im Vorjahr, also 2010, um 3,6 % zugenommen hat – so ein starkes Wachstum konnte seit der Wiedervereinigung nicht mehr erreicht werden.

Zum Jahresauftakt war es insbesondere die Binnenwirtschaft, welche das Wachstum angetrieben hatte. Es stiegen die Investitionen von Industrie und Baubranche genauso wie die Kaufkraft und die Exporte.

Spezialisten sehen aber im zweiten Quartal  eine Verlangsamung des schnellen Wachstums, da die Weltwirtschaft insgesamt an Schwung verliert und stagniert, ebenso wie die steigenden Preise eher eine Belastung darstellen und zu allgemeinen Unmut der Bevölkerung und somit zu einem Rückgang der Kaufkraft führen. Die Bundesregierung rechnet mit einem Wachstum von 2,6 % (Forschungsinstitute gehen von 2,8 % Plus aus).

Der Einstieg in das Jahr 2011 ist hervorragend verlaufen.

Fraglich und zu berücksichtigen sind aber dennoch die noch ausstehenden Entwicklungen und Einschläge der Euro-Krise, welche natürlich auch das deutsche Wachstum belasten kann.

 

Überraschende Trennung – Gerald Weber verlässt den europäischen Luftfahrkonzern

22 Nov

Kurz zum Konzern: Airbus ist mit 50.000 Mitarbeiter und einem jährlichen Umsatz von 30 Milliarden Euro der größte europäische Flugzeughersteller und eine Tochtergesellschaft des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Zudem lieferte das Unternehmen zuletzt meist mehr Flugzeuge aus als der US-Dauerrivale Boeing.

Nach der unglücklichen Pannenserie beim Superjumbo A380 verliert der Konzern nun auch seinen Deutschland-Manager und Produktionschef Gerald Weber. Dieser soll nun Ende März 2011 das Unternehmen verlassen. Laut Aussagen des Airbussprechers spielen aber die aktuellen Probleme keine Rolle in Webers Abgang.

Weber kam im April 2007 zu Airbus und sah sich gleich einem von Airbus eingeleiteten Sparprogramm gegenüber, musst die anlaufende A380-Produktion in den Griff bekommen und die Zusammenarbeit zwischen den Werken in Toulouse und Hamburg wieder festigen. Als Maschinenbauer kommt Weber aus der Autoindustrie und war vor Airbus in Führungspositionen bei Volkswagen und Daimler tätig. Die zukünftigen Pläne für die Ära nach Airbus sind jedoch noch nicht bekannt.

 

METRO-Verlagerung ins Ausland wurde geprüft

28 Okt

Und wieder gibts aus dem inneren Kreisen der METRO-Gruppe Neuigkeiten, die wohl nicht jedem gefallen. Das Problem und das es geht nennt sich “Cora” und ist ein konzerninternes Projekt der METRO. Ziel ist es hierbei Teile des Berichts-und Rechungswesens ins Ausland in sogenannte Service-Center zu verlagern. Die Betriebsräte der METRO wurden damit ordentlich zum Angriff provoziert. Die sind damit nämlich gar nicht einverstanden. Sie befürchten durch die Verlagerung ins Ausland auch eine Verlagerung von etwa 400 Arbeitsplätzen. Die Verlagerung soll wahrscheinlich in Richtung Osteuropa und Asien gehen. Mit dem Projekt Cora sollen so pro Jahr rund 33,6 bis 39 Millionen Euro gespart werden. Ob das Projekt überhaupt umgesetzt wird und wann bleibt jedoch noch abzuwarten. Fakt ist jedoch, eine solche Entlassungswelle wird wohl noch vor dem Arbeitsgericht landen. Mit welchen Erfolg bleibt ebenfalls abzuwarten.

 

H&M: Ein Gewinner der verbesserten Konjunktur

29 Sep

Das Konsumklima in Deutschland ist so positiv wie schon lange nicht mehr. Mit der verbesserten Wirtschaftslage und dem Ende der Kurzarbeit steigen auch die Löhne der Arbeiter wieder, die dadurch mehr Möglichkeiten zum Konsum haben. Klingt einfach, ist es im Grunde auch. Von der gestiegenen Kauflust der Konsumenten profitieren wiederum die Konzerne. Dies lässt sich am Beispiel von Hennes & Mauritz belegen, besser bekannt als H&M. Der schwedische Textilkonzern, der zweitgrößte seiner Art in Europa, gab heute die Geschäftszahlen für das dritte Quartal bekannt.

Dabei konnte die Kette 27 Milliarden schwedische Kronen, also etwa 2,9 Milliarden Euro Gewinn verbuchen und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Alleine im August konnte H&M seinen Gewinn um 24 Prozent steigern, teilte die Konzernzentrale in Stockholm mit. Beeindruckende Zahlen, die in etwa den Erwartungen der Finanzexperten entsprachen. H&M ist ein Gewinner der verbesserten Konjunkturlage, aber beileibe nicht der einzige.

 

Der Amerikanische Traum wird zum Alptraum

02 Sep

Die USA sind in dem vergangenen Jahrhundert zum wohl mächtigsten und wirtschaftlich einflussreichsten Land aufgestiegen. Doch die Finanzkrise und die Rezession geben den sonst so treuen und patriotischen US-Bürgern zu denken und sähen die ersten Zweifel. Der wirklich gelebte Traum „from dishwasher to millionaire“ durch Fleiß, Mut und Willen konnte in dem letzten Jahrhundert zwar erreicht werden, jedoch nur durch eigene Kraft. Keine Hilfe vom Staat. Jeder musste für sich selbst und die Seinen die Verantwortung übernehmen. Auch das „Leben auf Pump“ hat mit der Wirtschaftskrise genauso eine Ende gefunden wie der Amerikanische Traum. Die zahllosen Kredite für Häuser, Autos, Möbel und Studiengebühren werden jetzt eingefordert und stürzen viele Amerikaner in eine heillose und verzweifelte Situation. Die offizielle Arbeitslosenquote verharrt bei hohen 9,5 %.  Auch die so untypische Langzeitarbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren explodiert, will heißen von einer Millionen auf 6,8 Millionen. Dazu kommt, dass es fast zu keinen Neueinstellungen mehr kommt, sondern die Leute immer öfter den Stiefel spüren.

Doch die US-Politik will dagegen lenken und schlägt einen völlig traditionsfreien neuen Weg ein, welcher auf MEHR Staat und WENIGER Eigenverantwortung beruht. Diese Politik des billigen Geldes (niedrige Zinsen) hat aber genau die Wirkung, dass der Ausstieg aus dem leben auf Pump unattraktiv wird und das Sparen nicht sinnvoll erscheint. Wäre da eine Rückbesinnung auf dem American Way nicht vorteilhafter? Die einstigen Siedler sind ja auch schon aus Europa geflohen – der Freiheit hinterher. Dieser Glaube an die eigene Selbstbestimmung hat doch Amerika so stark werden lassen.

Kann man einen sehr europäischen Gedanken denn wirklich auf amerikanischem Boden einpflanzen und hat das nicht noch einen viel weitreichenden Identitätsverlust Amerikas zur Folge? Ausgestanden ist das Finanzübel noch nicht und daher bleiben noch vielerlei Lösungen zum ausprobieren.

 

Nichts da mit Wirtschaftskrise: Intel übernimmt McAfee

19 Aug

So eine Wirtschaftskrise kann zwar extrem nerven, hat aber auch ihre guten Seiten. Zum Beispiel, wenn sie zu Ende geht. Der Chiphersteller Intel profitierte nun davon, dass mit dem Ende der Krise die Kauflust von Unternehmen für Computer wieder steigt. Folge war ein Rekordgewinn im letzten Quartal für das Unternehmen aus Kalifornien. Intel ist mit Sicherheit einer der Profiteure der Krise.

Und was macht ein Unternehmen, das saftige Gewinne einfährt? Es expandiert. So verwundert es kaum, dass Intel nun ein dickes Übernahmegeschäft klar gemacht hat. Der weltweit größte Hersteller von Computerchips übernimmt einen der größten Produzenten von Sicherheitssoftware – Intel schluckt McAfee. Kostenpunkt der Transaktion sind schlappe acht Milliarden Dollar. Intel bietet McAfee mit 48 Dollar pro Aktie knapp 60 Prozent mehr als den Schlusskurs vom Mittwochabend. Klingt nach einem fairen Deal.