Da fragt man sich doch als Normalbürger, was denn da gerade so in den Köpfen der Politiker vor sich geht. Merkel, stets auf ihrem geänderten Atomkurs, ist zur besten Repräsentantin der Waffenlobby geworden und wirbt in Angola für deutsche Patrouillenboote oder unterzeichnet mit Saudi-Arabien einen Panzerdeal. Am 2. August soll laut der Presse die USA zahlungsunfähig werden und kann sich somit nach Griechenland, Irland, Portugal, Spanien schön in die Schlange der Hilfsbedürftigen einreihen.
Die Schuldengrenze von 14, 3 Billionen Dollar (10 Billionen Euro) ist bereits erreicht. Da scheint es auch nichts mehr zu helfen, dass Regierungspräsident Obama den Parteien im Kongress eine Frist für eine umsetzbare Lösung eingeräumt hat, denn legen eher ein kompromissloses Verhalten an den Tag. Seit Sonntag trifft sich die Regierungsspitze zum täglich einberufenen Schuldengipfel, bei dem knallhart über die drohende Zahlungsunfähigkeit diskutiert wird und Kämpfe ausgefochten werden. Und nun werden Stimmen von außen laut: die Ratingagentur Moody’s droht die Bonitäts-Bestnote „AAA“ für Staatsanleihen zu entziehen und China als der größte Gläubiger der USA zeigt sich mehr als beunruhigt und appellieren, auch im Interesse der Investoren zu handeln. Es gibt viele verschiedene Szenarien, die alle nicht besonders rosig aussehen. Doch sollte die Verhandlungen scheitern, dann gibt es eine gewaltige Explosion, welche auch die weltweiten Finanzmärkte erschüttern wird.
Doch kann es sich Europa gerade leisten, sich mit dem drohenden amerikanischen Untergang auseinander zu setzten? Wir haben selbst genug Dreck vor der eigenen Haustür. Unser Krisenmanagement für die Rettung Griechenlands ist ja wohl auch eher ein Fiasko. Hier schreiten jedoch US-amerikanische Diplomaten ein und kritisieren unsere Vorgehensweise im Falle der Griechen. Zu lange Diskussionen um die privaten Gläubiger sollen eine Lösungsfindung in die Länge schieben und einen notwendig schnellen Ausweg verhindern.
Doch mal ganz ehrlich: diskutieren sie gerade nicht alle? Schmeißen Sie gerade nicht alle mit wirren Ansätzen, nicht umsetzbaren Vorschlägen und irrealen Zielen um sich? Dadurch, dass wir alle im Zeitalter der Globalisierung festhängen, sind wir alle auf unterschiedliche Art und Weise miteinander verbunden und müssen jede Änderung wohl oder über miteinander ausdiskutieren. Aber ist es nicht erschreckend, wie sich unsere Staatsoberhäupter alle sträuben, einen Weg einzuschlagen und schnellen Schrittes voran zu gehen? Vor lauter Angst der nächste könnte der letzte sein, weigern sich die Regierungen eine Entwicklung in der Finanzkrise zu zulassen und schieben ihr Haushalte durch die Gegend.
