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Posts Tagged ‘Euro-Krise’

Ein einzig großes Pokerspiel

14 Jul

Da fragt man sich doch als Normalbürger, was denn da gerade so in den Köpfen der Politiker vor sich geht. Merkel, stets auf ihrem geänderten Atomkurs, ist zur besten Repräsentantin der Waffenlobby geworden und wirbt in Angola für deutsche Patrouillenboote oder unterzeichnet mit Saudi-Arabien einen Panzerdeal. Am 2. August soll laut der Presse die USA zahlungsunfähig werden und kann sich somit nach Griechenland, Irland, Portugal, Spanien schön in die Schlange der Hilfsbedürftigen einreihen.

 

Die Schuldengrenze von 14, 3 Billionen Dollar (10 Billionen Euro) ist bereits erreicht. Da scheint es auch nichts mehr zu helfen, dass Regierungspräsident Obama den Parteien im Kongress eine Frist für eine umsetzbare Lösung eingeräumt hat, denn legen eher ein kompromissloses Verhalten an den Tag. Seit Sonntag trifft sich die Regierungsspitze zum täglich einberufenen Schuldengipfel, bei dem knallhart über die drohende Zahlungsunfähigkeit diskutiert wird und Kämpfe ausgefochten werden. Und nun werden Stimmen von außen laut: die Ratingagentur Moody’s droht die Bonitäts-Bestnote „AAA“ für Staatsanleihen zu entziehen und China als der größte Gläubiger der USA zeigt sich mehr als beunruhigt und appellieren, auch im Interesse der Investoren zu handeln. Es gibt viele verschiedene Szenarien, die alle nicht besonders rosig aussehen. Doch sollte die Verhandlungen scheitern, dann gibt es eine gewaltige Explosion, welche auch die weltweiten Finanzmärkte erschüttern wird.

Doch kann es sich Europa gerade leisten, sich mit dem drohenden amerikanischen Untergang auseinander zu setzten? Wir haben selbst genug Dreck vor der eigenen Haustür. Unser Krisenmanagement für die Rettung Griechenlands ist ja wohl auch eher ein Fiasko. Hier schreiten jedoch US-amerikanische Diplomaten ein und kritisieren unsere Vorgehensweise im Falle der Griechen. Zu lange Diskussionen um die privaten Gläubiger sollen eine Lösungsfindung in die Länge schieben und einen notwendig schnellen Ausweg verhindern.

Doch mal ganz ehrlich: diskutieren sie gerade nicht alle? Schmeißen Sie gerade nicht alle mit wirren Ansätzen, nicht umsetzbaren Vorschlägen und irrealen Zielen um sich? Dadurch, dass wir alle im Zeitalter der Globalisierung festhängen, sind wir alle auf unterschiedliche Art und Weise miteinander verbunden und müssen jede Änderung wohl oder über miteinander ausdiskutieren. Aber ist es nicht erschreckend, wie sich unsere Staatsoberhäupter alle sträuben, einen Weg einzuschlagen und schnellen Schrittes voran zu gehen? Vor lauter Angst der nächste könnte der letzte sein, weigern sich die Regierungen eine Entwicklung in der Finanzkrise zu zulassen und schieben ihr Haushalte durch die Gegend.

 

 
 

Eine verklärte Vorstellung der deutschen Wirtschaft?

13 Mai

Ist Deutschland wirklich wirtschaftlich wieder so stark wie vor der Krise?

Wo man hinsieht, entweder nach links oder nach rechts, überall wütet die wirtschaftliche Bestie. Griechenland, Portugal, Irland (betitelt als Insel der maroden Banken) fallen bereits unter den EU-Rettungsschirm. Und man munkelt Spanien stehe auch kurz vor dem Aus. Ist es also möglich, dass die Mitte Europas ganz und gar nicht betroffen ist, sondern viel mehr als Auffangbecken für die wirtschaftlichen Tragödien fungiert.

Die Zahlen sprechen für sich. Der Aufschwung schlägt mit voller Wucht zu: um 1,5 % stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP), ließ das Statistische Bundesamt in Wiesbaden verlauten. Somit sind die Unternehmen wieder so stark wie vor der Krise. Es ist zu betonen, dass die Wirtschaftsleistung im Vorjahr, also 2010, um 3,6 % zugenommen hat – so ein starkes Wachstum konnte seit der Wiedervereinigung nicht mehr erreicht werden.

Zum Jahresauftakt war es insbesondere die Binnenwirtschaft, welche das Wachstum angetrieben hatte. Es stiegen die Investitionen von Industrie und Baubranche genauso wie die Kaufkraft und die Exporte.

Spezialisten sehen aber im zweiten Quartal  eine Verlangsamung des schnellen Wachstums, da die Weltwirtschaft insgesamt an Schwung verliert und stagniert, ebenso wie die steigenden Preise eher eine Belastung darstellen und zu allgemeinen Unmut der Bevölkerung und somit zu einem Rückgang der Kaufkraft führen. Die Bundesregierung rechnet mit einem Wachstum von 2,6 % (Forschungsinstitute gehen von 2,8 % Plus aus).

Der Einstieg in das Jahr 2011 ist hervorragend verlaufen.

Fraglich und zu berücksichtigen sind aber dennoch die noch ausstehenden Entwicklungen und Einschläge der Euro-Krise, welche natürlich auch das deutsche Wachstum belasten kann.