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Libysche Staatsfonds im Ausland investiert.

26 Mai

Offenbar sind noch Milliarden der libyschen Staatsfonds im Ausland investiert und sogar an großen deutschen Unternehmen soll Gaddafi Anteile halten.

 

Aus eine internen Präsentation der staatlichen libyschen Investmentholding LIA geht hervor, dass westliche Banken und Industriekonzerne viel enger mit Libyen verflochten sind, als bisher bekannt war. So heißt es, dass die Großbanken HSBC und Goldman Sachs im Juni 2010 335 Millionen Dollar für die Libyer verwalten und eine Milliarde Dollar soll in Derivaten der französischen Großbank Société Générale angelegt gewesen sein. So wird also in der ganzen Welt schon seit einiger Zeit nach den Milliarden der Familien des Machthabers Muammar al-Gaddafi gesucht. Die kritische Organisation Global Witness, welche die oben genannte Präsentation erhalten haben soll, leuchtet einen Weg des Gaddafi Geldes auch nach Deutschland aus – hierbei wird ein größerer Aktienbesitz an mehreren Dax-Konzernen aufgezeigt. So hätte also LIA 480 Millionen Dollar für den Kauf von Siemens-Aktien gezahlt.

Den Unternehmen ist eine libyische Beteiligung aber nicht bekannt, teilte ein Siemenssprecher der Süddeutschen Zeitung mit. Trotzdem bleibt eine Beteiligung nicht auszuschließen. So wie alle großen Machthaber, hat sich Gaddafi und sein Clan sehr darum bemüht, ihre Investitionen und Beteiligungen bewusst zu verschleiern. Daher ist die Suche nach dem Gaddafi-Vermögen so schwierig, denn erst einmal müssen die undurchsichtigen Geldströme aufgedeckt werden und wohin die oft führen, ist meist sehr befremdlich und auf negative Art und Weise erstaunlich.

Global Witness plädiert für eine Offenlegung jeglicher Investments von Staatsfonds, um den Bürgern Libyens nachzuweisen, wo das Geld geblieben ist. Die Banken und Unternehmen sollen sich demnach äußern, verweigern dies aber.

Während den vergangenen Wochen soll auf deutschen Bankkonten ein Vermögen von ca. 6,1 Milliarden Euro eingefroren worden sein. Unglaubliche 60 Milliarden Euro sollen seit Inkrafttreten der UN-Sanktionen europaweit und in den USA gesperrt worden sein.